Die Optik gewinnt zunehmend an Bedeutung. Farbgebung beeinflusst die Optik in entscheidender Weise. Deshalb hat sich Bautiger mit Joachim Hösch, Heinrich Schmid GmbH & Co. KG unterhalten.

 

Bautiger: Laut Psychologen tragen Farben zum Wohlbefinden der Menschen
bei. Spüren Sie dies bei den Aufträgen von Bauherren, Sanierern oder Reno-
vierern?
 

Joachim Hösch: Diese Frage kann ich nicht pauschal beantworten. Wenn
Innenarchitekten an der Planung beteiligt sind, spielt Farbpsychologie sicher
eine Rolle, weil die sich mit dem Thema befassen. Ich kann aber auch auf
Beispiele aus eigener Praxis verweisen. In einem metallverarbeitenden Betrieb
haben wir mal den kompletten Maschinenpark von grün auf lila umlackiert.
Durch diese Maßnahme gingen die Krankheitstage signifikant zurück. In Be-
sprechungsräumen verzichten wir auf die Farbe rot, weil sie anregend wirkt
und aggressiv macht.
 

Bautiger: Können Sie die Planungen von Architekten zu 100 % umsetzen?


Joachim Hösch:
Wir bei Heinrich Schmid arbeiten sehr eng mit Architekten zu-
sammen. Wir setzen uns bereits bei der Erstellung der Leistungsverzeichnisse
bzw. vor Beginn der ausgeschriebenen Arbeiten mit den Planern und Bauleitern
zusammen, um mögliche, in der Praxis bewährte Details vorzuschlagen und
auszuarbeiten. Hieraus entstehen oft tolle Synergie Effekte zwischen Planen-
den und Ausführenden. Wir arbeiten beispielsweise auf dem Sektor Wärme-
Dämm-Verbund-Systeme auf technisch höchstem Niveau. Unsere Führungs-
kräfte für diesen Bereich sind ausgebildete Energieberater des Handwerks und
passen sich den gesetzlichen Anforderungen, die sich häufig ändern durch
Fort- und Weiterbildungen ständig an.


Bautiger:
Muss ich befürchten, dass Lacke oder Farben im Innenbereich des
Hauses der Gesundheit nur bedingt zuträglich sind, weil sie zum Beispiel
Schimmelbildung verhindern sollen?
 

Joachim Hösch: Hier kann ich nur für uns sprechen. Bei uns können sie unbe-
sorgt sein. Wir verwenden nur unbedenkliche Materialien die im Innenbereich
eingesetzt werden dürfen. Algizide und fungizide Farben kommen bei uns nur
im Außenbereich zur Verwendung. Hier ist die Verwendung von Materialien
mit solchen Zusätzen oftmals bereits Vorschrift!
 

Bautiger: Hat die gute, alte Raufaser als Tapete ausgedient?
 

Joachim Hösch: Wenn Wohnungen zum Vermieten gebaut werden, ist die
Raufaser nach wie vor gefragt. Im eigen genutzten Wohnungsbau eher nicht.
 

Bautiger: Können Sie regionale Trends bei Fassadenfarbe, Tapeten oder
Innenfarbe erkennen?
 

Joachim Hösch:  Es gibt sie bedingt. Doch kann man es eher am Stadtbild als
an der Region festmachen. Ein Stadtviertel mit Fachwerk sieht anders aus als
ein Neubauviertel. Sicher gibt es Trends bei Fassadenfarben. Doch die sehe
ich eher national.


Bautiger:
Welche Anforderungen muss ein Auszubildender für das Berufsbild
Maler heute erfüllen?
 

Joachim Hösch: Qualitätsbewusstsein und Zuverlässigkeit gelten heute als
wichtige Kriterien. Zudem sollten die Bewerber PC-affin sein, weil schon ein
hoher Anteil der Kommunikation zwischen Betrieb und Mitarbeiter sowie den
Kunden über das Internet läuft. Der Beruf ist anspruchsvoller geworden. Des-
halb bemühen wir uns auch um Abgänger von Realschulen. Die Azubis müs-
sen Fachwissen erwerben wollen. Eine unserer Maximen lautet: wer fordert,
wird gefördert. Ehrgeiz, Motivation, Nachhaltigkeit und Durchhaltevermögen
gehören zu den von uns gern gesehenen Kernkompetenzen. Nicht zuletzt bie-
ten wir ein servicekonformes Produkt an. Deshalb haben Serviceorientierung
und Umgangsformen einen hohen Stellenwert. Wer dem gerecht wird, findet bei
uns eine klar strukturierte Karriereleiter.
 

Bautiger: Ist der Beruf für junge Frauen und Männer gleichermaßen geeignet?
 

Joachim Hösch: Es gibt durchaus Frauen, die sich in dieser Männerdomäne
hervorragend durchsetzen. Doch möchte ich nicht verschweigen, dass ein
Farbeimer ein bestimmtes Gewicht hat und die Arbeit auf dem Gerüst in zum
Teil luftigen Höhen und bei nahezu jedem Wind und Wetter stattfindet. Dafür
müssen Frau und Mann gleichermaßen gemacht sein.
 

Bautiger: Welche Trends sehen Sie für die Zukunft?
 

Joachim Hösch: Ich befürchte, dass der Facharbeiter heutiger Prägung mit
hoher Motivation zur aussterbenden Art wird. Der Anteil der Bionik wird auch in
unserem Gewerk zunehmen. Wobei ich nicht verschweigen möchte, dass auch
die Bionik, wie der Lotusblüteneffekt nicht nur Vorteile bietet. Wir wollen den
Anteil von Lösungsmitteln in den Farben weiter reduzieren. Im Jahre 2020 soll
es energieautarke Häuser geben.
Weitere Trends sind:

  • Die Vernetzung und qualitative Beurteilung der Firmen wird durch das Internet zunehmen.
  • Der Trend geht ganz klar zu Ausbauleistungen. Das Koordinieren von mehreren Gewerken wird von dem Kunden heute gewünscht. Heinrich Schmid bietet diese Vorteile den Architekten und Bauherren. Malerarbeiten, Trockenbauarbeiten, WDVS, Bodenbelagsarbeiten sowie Schreinerarbeiten werden von eigenen Mitarbeitern erbracht.

Auch die EDV wird weiter zunehmen. Zum Teil kommunizieren wir heute schon mit dem Chef über IPad und können ihm Bilder von Problemstellen oder Aufrisse direkt übermitteln oder treffen so eine Farbenwahl. Heinrich Schmid investiert weiter in seine Mitarbeiter. Wir setzen auf Weiterbildung und bieten auch einen online-Meister an.
 

Bautiger: Welche Vorteile bietet Ihnen das Netzwerk www.bautiger.com?
 

Joachim Hösch: Ich halte Vernetzung für äußerst wichtig. Architekten werden
sicher über Bautiger auf uns aufmerksam. Die Zeiten des Ausprobierens sind
heutzutage vorbei. Empfehlungen generieren Aufträge.

Joachim Hösch, Heinrich Schmid GmbH & Co KG Joachim Hösch, Malerwerkstätten Heinrich Schmid GmbH & Co. KG